Dienstag, 14. Juli 2015

Vorträge an Schulen / in Organisationen in Deutschland



Liebe Leser_innen, 

ich bin nun noch etwa zwei Monate in Malawi und bereite mich zumindest mental schon auf die Rückkehr nach Deutschland vor. Diese Überlegungen beinhalten zum einen, was mir der Freiwilligendienst an sich gebracht hat und zum anderen, wie ich diese Erfahrung mit anderen teilen kann. 

Eine Möglichkeit des Teilens ist, sich mit Menschen über Freiwilligendienste und meine Zeit in Äthiopien und Malawi auszutauschen. Deshalb biete ich Schulen und Organisationen an, bei ihnen Anfang Oktober Vorträge zu diesen Themen zu halten. Interessierte können mich dazu über das Kontaktformular am rechten Seitenrand anschreiben.

Montag, 6. Juli 2015

Wochenend und Sonnenschein



Dieses Wochenende (ich hatte durch Feiertage von Freitag bis Montag frei), habe ich einen Freund aus Jugendzeiten besucht, der derzeit zufälligerweise auch für fünf Monate in Malawi ist. Er wohnt in Mulanje, ganz im Süden von Malawi, ca. 35km von der Mosambikanischen Grenze entfernt.

Wir hatten ein wunderbares Wochenende. Am Samstag sind wir auf eine Tee-Plantage gefahren, die es in der Gegend zu Hauf gibt. Dort an einem Flusslauf gab es eine sehr schöne Stelle, wo wir ein bisschen die Seele baumeln lassen konnten. Am Sonntag sind wir in das Mulanje Mountain Forest Reserve gefahren, von wo aus es einen wunderschönen Wanderweg zu einem Wasserfall gab. 

Die herrlichen Bilder teile ich gerne mit euch:

Essen kochen auf dem Holzofen.
Das Bergmassiv sieht man von der Wohnung aus!
Hinter dem Dorf fangen die Teeplantagen an

 
Samstag, ein Tag zum Auspannen!
Sonntag, am Fluss entlang den Berg hinauf: Hüpfen von Stein zu Stein





Donnerstag, 2. Juli 2015

Neuer Umzug, neues Glück



Ich bin am Sonntag mal wieder umgezogen. Diesmal an meinen endgültigen Projektstandort bis zum Ende des Freiwilligendienstes, nach Chowe, einem kleinen Dorf neben Mangochi an der Südspitze des Malawi-Sees. 

Hier in Chowe hat vor kurzem AMPP (African Moringa and Permaculture Partnership) angefangen, mit einigen Dorfbewohnern Permakultur in ihren Gärten zu implementieren. Der Gründer der Organisation, Pierre, lebt hier (auch erst seit kurzem) und ist mein unmittelbarer Chef.

Das Haus in dem ich wohne, teile ich mir mit Pierre. Wir haben Strom, aber kein Wasser, d.h. wir holen jeden Tag mit Eimern Wasser vom 100m entfernten Wasserhahn. Die Toilette ist in einem kleinen Nebengebäude in dem es kein Strom gibt und besteht aus einem Loch im Boden. Daneben gibt es noch einen anderen Raum in dem man duschen kann. Das geht hier mit einem Eimer Wasser und einem Schöpfgefäß.
Im Dorf gibt es in kleinen Läden ein paar Dinge zum Einkaufen, wie Tomaten, Zwiebeln, Süßkartoffeln, Brot, Zucker, Salz und Seife. Etwas mehr Angebot gibt es in der 20km entfernten Stadt Mangochi, von wo es auch Busanbindungen zur Hauptstadt und in andere Teile Malawis gibt. 

Das hört sich jetzt alles schlimmer an, als es ist. Ich habe mich schnell an die Lebensweise hier gewöhnt, da sie auch so ähnlich im Kusamala Institut war. Die Ruhe und klare Luft, die man hier hat, ist sehr entspannend. Natürlich bringt der allgemeine Tagesablauf mehr Arbeit mit sich, wie z.B. Wasserholen, aber das macht mir nichts aus. Dafür kann ich morgens draussen sitzend mein Frühstück geniessen.

Bevor ich hierhin gekommen bin, hatten Pierre und ich darüber gesprochen, dass Chowe ein muslimisches Dorf ist und es möglicherweise zu Missverständnissen kommen kann, da er und ich als ein Mann und eine Frau zusammen in einem Haus leben ohne verheiratet, noch ein Paar an sich
zu sein. Bei dem Gedanken an ein muslimisches Dorf tauchten in meinem Kopf erstmal das in Deutschland typisch peopagierte Bild von voll-verschleierten Frauen auf, die sehr zurückgezogen leben und auf der Straße quasi noch nicht einmal mit dir sprechen dürfen/wollen. Natürlich habe ich mir dabei auch die Frage gestellt, inwiefern mein normaler Kleidungsstil akzeptiert wird.


Als ich dann tatsächlich in Chowe angekommen und eingezogen bin, hat sich jedoch dieses Bild jedoch überhaupt nicht bestätigt. Ich habe noch keine voll-verschleierte Frau gesehen, vielmehr kann man die muslimischen Frauen von Frauen die anderen Religionen angehörten, nicht unterscheiden. Einige tragen ein kleines Kopftuch, das ein Schlauch wie ein Head-Tuch ist. Dabei ist genau so viel vom Kopf bedeckt, wie z.B. auch bei einer normalen Mütze. Und selbst dieses Tuch tragen nicht alle Frauen hier. Auch sind sie sehr offen und sprechen einen auf der Straße oder beim Wasserholen an. An diesem Beispiel sieht man sehr schön, dass die typischen Bilder, die man in Deutschland durch die Medien vom Islam gezeigt bekommt, nicht auf der ganzen Welt der Wirklichkeit entsprechen.


Bei einem Rundgang durch das 10.000 Einwohner-Dorf sind mir viele nette Leute begegnet. Ich habe mit einer Frau gesprochen, die eine Art Kindergarten hat, wo sie zwischen 07:00 Uhr und 11:00 Uhr Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren betreut. Ich habe mich eine ganze Weile mit ihr unterhalten und mit ihrem 3 Jährigen Sohn gespielt. Beim Rundgang ist mir vor allem aufgefallen, dass die Menschen hier nicht nach Geld fragen, sondern mir einfach nur "Hallo" sagen wollen. Das war in Äthiopien während meiner Reisen auf dem Land oft anders. Deshalb fühlt sich ein Dorfrundgang hier ziemlich entspannt an.

Mein genauer Arbeitsbereich ist noch nicht 100%ig definiert. Deshalb schreibe ich erstmal noch nichts darüber. Das nächste Mal gibts erstmal Bilder vom Haus und dem Dorf!

Montag, 15. Juni 2015

Bilder vom Praktikum im Kusamala

 Heute gibt es ein paar Bilder zum Thema Permakultur und meinem derzeitigen Praktikumsort:



 


Glockenförmige Chilli's im Memo-Garten

Salat und viele Blattgemüse im Commercial Garden

Unser "Klassenraum" für Trainings

Der Senf gedeiht im Anzucht-Gewächshaus

Unsere kleine Baumschule

Eine Komposttoilette


Unser Waschbecken

Die Küchenabfälle werden auch kompostiert

Der Mais-Speicher mit Insekten-Absperrblechen

Platz zum Geschirr-Abwaschen

Waschbecken Nr. 2

Der Innenhof von dem die Gästezimmer abgehen



Sonntag, 7. Juni 2015

Meine erste Woche in Malawi


Ich habe nun meine erste Woche in Malawi gelebt und ich hätte im Traum nicht gedacht, dass der Übergang von Äthiopien nach Malawi so schwierig sein würde.
Wenn ich zurück an meine erste Woche in Äthiopien denke, habe ich nun das Gefühl mich dort relativ schnell zurecht gefunden zu haben. Natürlich war die Anfangszeit dort auch mit Unsicherheiten verbunden, aber gerade in den letzten Monaten hatte ich mich in Addis Ababa doch sehr gut eingelebt. Umso schwieriger ist es nun, mich wieder in eine neue Kultur, neue Einkaufs- und Lebensgewohnheiten und eine neue Sprache einzugewöhnen. In den ersten zwei Tagen hatte ich zum Glück nicht viel zu tun. So konnte ich den nahegelegenen Markt erkunden, meine Wäsche waschen und ein wenig lesen. 

Seit Mittwoch geht es zu meiner neuen Praktikumsstelle, dem Kusamala Institute of Agriculture & Ecology (www.kusamala.org). Die Organisation ist etwas außerhalb von Lilongwe gelegen und dient als Beispiel für die Permakultur-Anbaumethode sowie als Schulungszentrum. Auf dem Gelände gibt es Gärten die unterschiedlichen Zwecken dienen. Die Erträge des Commercial Gardens werden z.B. auf dem Markt verkauft. Dann gibt es noch einen Memo Garden der als Anschauungsobjekt für einen privaten Permakultur-Garten dient, sowie eine kleine Baumschule, ein Gewächshaus, ein Feld wo Hauptnahrungsmittel wie Mais, Reis und verschiedene Kartoffelarten (Süß-/normal)  angebaut werden und einen Garten mit medizinischen Pflanzen. Alles wird nach der Philosophie der Permakultur angebaut. Diese Philosophie werde ich hier ein anderes Mal näher erläutern, wenn ich das Gefühl habe, ausreichende Kenntnisse darüber zu besitzen. Wer jetzt etwas darüber lesen möchte, kann diesen Link benutzen: www.samen-des-wandels.de/permakultur/

Ich verlasse morgens um 6:40 Uhr das Haus um ein Share-Taxi (ein Taxi welches man mit mehreren Passagieren teilt) zu dem Sammelpunkt in der Stadt zu nehmen, wo ein kleiner Pick Up die Mitarbeiter des Kusamala abholt, die in Lilongwe wohnen. Um 7:30 Uhr fängt dann die Arbeit an. In der ersten Stunde gehen alle, auch die im Büro arbeiten, einer gemeinsamen Tätigkeit nach. Diese Woche war es das Trennen der Maiskörner von den Kolben. Wir saßen also im Kreis um einen Haufen von Maiskolben herum und haben die Mais-Körner vom Kolben gepult. Am ersten Tag habe ich mir dabei eine Brandblase am Daumen geholt. Ab dem Zweiten habe ich eine andere, sogar noch effektivere Methode gewählt, die mir die Mitarbeiter beigebracht haben. Dabei benutzt man nicht den Daumen um die Körner zu entfernen, sondern einen schon leeren Maiskolben.

Ab 8:30 Uhr geht dann jeder seiner originären Tätigkeit nach. Ich habe die letzten Tage mit den Gärtnern zusammengearbeitet. Die Aufgaben dieser Woche lagen u.a. darin im Commercial Garden mit flüssig-Dünger zu gießen, den Kompost umzugraben, den fertigen Kompost auf Beete des Memo-Gartens zu verteilen und dort Setzlinge aus dem Gewächshaus anzupflanzen, die jungen Orangenbäume in der Baumschule mit einem Pestizid zu behandeln, den Medizin-Garten zu bewässern und deren Beet-Begrenzungen auszubessern.  Am Freitagabend durfte ich auch noch bei der Honigernte dabei sein. Das war mir ein großes Anliegen, da ich in Äthiopien mit einem Freiwilligen, der in einem Honigprojekt involviert war, viel über die Bienenhaltung und Honigernte in Äthiopien gesprochen habe. Deshalb wollte ich nun wissen, wie die Malawier mit den Bienen umgehen. 

Kusamala hat noch nicht so lange Bienen, deshalb war alles noch ein wenig improvisiert. Für mich war es eine Erfahrung, dem Bienenschutzanzug 100%ig zu vertrauen, obwohl man überall auf seinem Körper die Bienen spürt, hört und im Gesicht sogar den Wind des Flügelschlags fühlt. Aber es hat funktioniert, ich wurde nicht gestochen! Das Wissen des äthiopischen Freiwilligen versuche ich nun hierhin zu übertragen, sodass die Mitarbeiter des Kusamala auch davon profitieren können. Dabei geht es vor allem um den Umgang mit den Waben und dem Honig bei der Ernte.  

Wie es in Kusamala weitergeht, was man konkret unter Permakultur versteht sowie ein paar Bilder gibt’s demnächst hier.